auf-meinem-weg

Navigation

Besucherzähler

Shoutbox

Marc Aurel



Selbstbetrachtungen eines Kaisers

Der römische Kaiser Marcus Aurelius (121 bis 180 n.Chr.) war kompromissloser Anhänger  der Stoischen Philosophie (Begründer der Stoa: Xenon von Kition (300 v.Chr.))

https://de.wikipedia.org/wiki/Stoa


  

https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Aurel


Grundsätzlich beruht seine Lebenseinstellung auf der bescheidenen Einordnung des eigenen Einzelschicksals in ein kosmisches Ganzes.

Hier folgen ein paar Auszüge aus seinen vorwiegend im Feldlager aufgezeichneten Lebensweisheiten.


Mancheiner der heutigen Potentaten könnte sich diese "unter das Kopfkissen legen". Vielleicht hilfts was, um die Macht erträglich zu gestalten.


 

4. Buch, 36.Absatz

Richte stets deine Aufmerksamkeit auf alles, was in Folge einer Umwandlung geschieht, und gewöhne dich daran, zu begreifen, dass die Allnatur nichts so sehr liebt, wie die Dinge umzuwandeln und immer neue ähnlicher Art hervorzubringen. Denn jedes Ding ist gewissenermaßen Samen dessen, was aus ihm werden wird….

 

6. Buch, 30.Absatz

Hüte dich, dass du nicht verkaiserst oder angesteckt wirst. Denn es kommt so etwas vor. Bleibe daher ein einfacher, guter Mensch, ohne Falsch, voll Ernst und Würde, schlicht und natürlich, ein Freund der Gerechtigkeit, gottesfürchtig und gütig, voll Liebe zu deinen Verwandten und stark zur Erfüllung deiner Pflichten. Ringe danach, dass du so bleibst, wie dich die Philosophie haben wollte.  Scheue die Götter, rette die Menschen! Das Leben ist kurz; es gibt nur eine Frucht des Erdendaseins:  eine fromme Gesinnung und Werke der Nächstenliebe….

 

8. Buch, 4.Absatz

Trotz allem werden die Menschen dasselbe tun wie bisher, und wenn du aus Zorn darüber zerbersten würdest.

 

9. Buch, 32.Absatz

Du kannst dich von vielen unnötigen Dingen, die dich quälen, befreien; denn sie existieren nur in deiner Einbildung. Und du wirst dir sicher ein weites Feld schaffen, wenn du den ganzen Kosmos mit deinem Geist umfasst und das Wesen der Ewigkeit bedenkst und über die rasche Wandlung der einzelnen Teile eines Dings nachdenkst:

wie kurz die Spanne Zeit vom Entstehen bis zum Vergehen eines Dings, wie unermesslich die Zeit vor der Entstehung und wie grenzenlos die nach dem Vergehen ist.

 

10. Buch, 14.Absatz

Zu der Natur, die alles gibt und wieder nimmt, sagt der gebildete und bescheidene Mann: „Gib, was du willst; nimm zurück, was du willst!“ Er sagt das aber nicht im Trotz, sondern aus reinem Gehorsam und gutem Willen gegen sie.

 

10. Buch, 16.Absatz

Überhaupt nicht mehr darüber diskutieren, wie beschaffen der wahrhaft gute Mann sein muss, sondern selber einer sein.

 

10. Buch, 37.Absatz

Gewöhne dich daran. Soweit du nur kannst, dich bei allem, was einer deiner Mitmenschen tut, zu fragen: „Zu welchem Zweck tut er das?“ Mach´ aber selber bei dir den Anfang und prüfe dich selber zuerst.

 

12. Buch, 9.Absatz

Man muss bei der Anwendung der philosophischen Grundsätze einem Allkämpfer, nicht einem Gladiatoren gleichen. Denn wenn dieser das Schwert, das er gebraucht, beiseite legt, wird er getötet; jener dagegen hat seine Hand immer zur Verfügung und braucht weiter nichts zu tun, als sie zu ballen.

 

12. Buch, 10.Absatz

Ergründe, wie die Dinge selber sind, indem du sie zerlegst in Stoff, Ursache und Zweck.

 

12. Buch, 29.Absatz

Das Heil unseres Lebens hängt davon ab, dass wir jedes Ding in seiner Gesamtheit in seinem Wesen erkennen: was sein Stoff, was seine Ursache ist, und dass wir von ganzer Seele das Rechte tun und die Wahrheit sagen. Was bleibt da übrig, als sich des Lebens zu freuen, indem man eine gute Tat an die andere reiht, so dass auch nicht der kleinste Zwischenraum zwischen ihnen bleibt.

 

12. Buch, 32.Absatz

Welch winziger Teil der grenzenlosen, unendlichen Zeit ist einem jeden von uns zugemessen? Verschwindet er doch sofort in die Ewigkeit. Und welch winziger Teil der gesamten Substanz? Welch winziger Teil der gesamten Seele? Und auf welch winzigem Klümpchen der gesamten Erde kriechst du herum? All das bedenke und halte nichts für wichtig als dies eine: zu handeln, wie deine Natur dich führt, zu leiden (auszuhalten), was dir die Allnatur bringt.



 

 


[ Besucher-Statistiken *beta* ]